
Lebensmittelsicherheit
Nachweis von Aflatoxinen: Was Milchverarbeiter wissen müssen
Nachweis von Aflatoxinen: Was Milchverarbeiter wissen müssen
Aflatoxin M1 (AFM1) stellt weltweit ein Problem für die Lebensmittelsicherheit im Milchsektor dar und kann entstehen, wenn milchgebende Tiere mit Aflatoxin B1 (AFB1) kontaminiertes Futter aufnehmen. Dieser Leitfaden erläutert den Übertragungsweg vom Futter in die Milch, die AFM1-Untersuchungen in der Milchproduktion, die Auswirkungen der Wärmebehandlung sowie die gesetzlichen Anforderungen in den wichtigsten Märkten, darunter die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, China, Indien, Japan und Südkorea. Zudem wird erläutert, wie die Lieferantenüberprüfung, Kontrollen der angelieferten Milch und quantitative ELISA-Tests risikobasierte Programme zur Lebensmittelsicherheit und Qualität von Milchprodukten unterstützen können.

Das Aflatoxinrisiko in der Milchwirtschaft kann bereits bestehen, bevor die Milch überhaupt den Verarbeitungsbetrieb erreicht.
Die vorgelagerte Kontrolle kann daher sowohl gezielte AFB1-Tests als auch ein umfassenderes Screening auf Gesamt-Aflatoxine in relevanten Futtermitteln und Rohstoffen umfassen, bevor AFM1 zu einem Problem in der nachgelagerten Milchproduktion wird.
Aflatoxin B1 (AFB1) kann Getreide und Zutaten, die in Tierfutter verwendet werden, kontaminieren. Wenn Milchvieh AFB1-haltiges Futter verzehrt, kann ein Teil dieses Toxins zu Aflatoxin M1 (AFM1) metabolisiert und anschließend in die Milch ausgeschieden werden. Daraus ergibt sich ein wichtiger Zusammenhang zwischen Futtermittelqualität, Lieferantensicherheit, Eingangskontrolle der Milch und Lebensmittelsicherheit bei Milchprodukten.
Für Milchverarbeiter ist der Umgang mit AFM1 daher nicht lediglich eine Frage der Endproduktprüfung. Ein wirksames Risikomanagement beginnt damit, zu verstehen, woher die Gefahr stammt, wie sie in die Milchversorgungskette gelangt, welche gesetzlichen Anforderungen gelten und wo analytische Untersuchungen geeignete Kontrollentscheidungen unterstützen können.
Was ist Aflatoxin M1?
Aflatoxin M1 ist ein Metabolit von Aflatoxin B1, der in Milch und Milchprodukten auftreten kann, wenn milchgebende Tiere mit AFB1 kontaminiertes Futter aufnehmen.
Aflatoxine sind natürlich vorkommende Mykotoxine, die mit bestimmten Schimmelpilzen in Verbindung stehen. AFB1 ist eines der bedeutendsten Mitglieder dieser Gruppe und kann landwirtschaftliche Rohstoffe kontaminieren, die in Tierfutter verwendet werden.
Nach dem Verzehr kontaminierten Futters kann AFB1 vom Tier metabolisiert werden. Einer der dabei entstehenden Metaboliten ist AFM1, das in die Milch übergehen kann. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit identifiziert daher kontaminiertes Tierfutter als den zentralen vorgelagerten Übertragungsweg, der AFB1 mit dem Vorkommen von AFM1 in Milchprodukten verbindet.
Für Milchverarbeiter ergibt sich daraus ein einfacher, aber wichtiger Risikoweg:
AFB1 im Futter → Milchvieh verzehrt kontaminiertes Futter → AFB1 wird verstoffwechselt → AFM1 kann in der Milch auftreten
Das Verständnis dieses Weges ist wichtig, da es den Fokus der Diskussion vom bloßen Nachweis eines Kontaminanten in der Milch hin zum Risikomanagement entlang der gesamten Milchversorgungskette verlagert.
Was ist der Unterschied zwischen Aflatoxin B1 und Aflatoxin M1?
Obwohl sie eng miteinander verwandt sind, treten AFB1 und AFM1 in unterschiedlichen Phasen der Milchversorgungskette auf.
| Aflatoxin B1 | Aflatoxin M1 | |
|---|---|---|
| Gängige Abkürzung | AFB1 | AFM1 |
| Primäre Quelle | Kontaminierte Nutzpflanzen/Futtermittelzutaten | Metabolismus von AFB1 bei milchproduzierenden Tieren |
| Relevante Phase der Milchproduktion | Futtermittel und Lieferanten | Milch und Milchprodukte |
| Typischer Schwerpunkt der Kontrolle | Überwachung von Futtermitteln und Rohstoffen | Prüfung der angelieferten Milch und Milchprodukte |
| Beziehungen zur Milchwirtschaft | Vorgänger in der Produktionskette | Nachgelagerte Milchmetaboliten |
AFB1 kann gezielt untersucht werden, doch im Rahmen vorgelagerter Mykotoxin-Programme können auch Gesamt-Aflatoxine überwacht werden, zu denen in der Regel Aflatoxin B1, B2, G1 und G2 gehören. Der geeignete Ansatz hängt von der Ware, den behördlichen oder kundenbezogenen Anforderungen sowie dem Zweck des Untersuchungsprogramms ab.
Diese Unterscheidung ist bei der Konzeption eines Prüfprogramms von Bedeutung. Die Untersuchung von Milch auf AFM1 befasst sich mit dem Schadstoff, der bereits in den Milchkreislauf gelangt ist, während die Untersuchung von Futtermitteln auf AFB1 das vorgelagerte Risikomanagement unterstützen kann, bevor diese Übertragung stattfindet.
Wie gelangt Aflatoxin M1 in die Milch?
AFM1 stammt in der Regel nicht aus einer Kontamination, die innerhalb der Molkerei eingetragen wurde.
Das Risiko entsteht bereits vorgelagert.
Bestimmte landwirtschaftliche Rohstoffe, die in Tierfutter verwendet werden, können mit Aflatoxinen kontaminiert sein. Umwelt- und Anbaubedingungen können die Entwicklung von Aflatoxin produzierenden Schimmelpilzen und das daraus resultierende Risiko in Futtermittelausgangsmaterialien beeinflussen. In den Leitlinien der FDA werden beispielsweise Pflanzenstress, einschließlich Dürre und Insektenschäden, als Faktoren genannt, die mit einer Aflatoxin-Kontamination in Verbindung stehen.
Wenn ein Milchvieh AFB1-haltiges Futter zu sich nimmt, kann die Verbindung verstoffwechselt werden, und AFM1 kann anschließend in die Milch ausgeschieden werden.
Dies bedeutet, dass das AFM1-Risikomanagement in der Milchwirtschaft mehrere Organisationen und Funktionen umfassen kann, darunter:
- Futtermittelhersteller und -lieferanten
- Milchviehbetriebe
- Qualitätsteams der Lieferanten
- Milchsammelbetriebe
- Labore für die Rohmilchannahme
- Qualitätssicherungs- und Qualitätskontrolllabore für Milchprodukte
- Teams für Lebensmittelsicherheit und behördliche Auflagen
Für integrierte Molkereiunternehmen kann es daher besonders wichtig sein, sowohl die Risiken im Futtermittelbereich als auch im Milchbereich zu verstehen.
Warum sollten Milchverarbeitungsbetriebe Aflatoxin M1 überwachen?
Die Aflatoxinkontrolle ist ein Thema der Lebensmittelsicherheit und der behördlichen Auflagen.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit stuft Aflatoxine als genotoxische und karzinogene Kontaminanten ein, deren Aufnahme über die Nahrung auf ein Minimum reduziert werden sollte. AFM1 ist weniger wirksam als AFB1, doch sein Vorkommen in weit verbreiteten Lebensmitteln wie Milch macht eine Überwachung wichtig.
Aus betrieblicher Sicht kann eine AFM1-Kontamination zudem Herausforderungen mit sich bringen, darunter:
- Nichteinhaltung geltender gesetzlicher Grenzwerte
- Nichteinhaltung von Kunden- oder Exportvorgaben
- Rücksendung von angelieferter Milch
- Probleme beim Lieferantenmanagement
- Zusätzliche analytische Untersuchungen
- Entscheidungen über die Verwertung der Produkte
- Mögliche Störungen der Produktion oder der Lieferkette
Das geeignete Kontrollprogramm hängt vom Markt, vom Produkt, von der Lieferkette und vom Risikoprofil ab.
Wie lauten die gesetzlichen Grenzwerte für Aflatoxin M1 in Milch?
Es gibt keinen einheitlichen globalen AFM1-Grenzwert.
Die Anforderungen unterscheiden sich erheblich zwischen den einzelnen Rechtsordnungen, weshalb es für Milchverarbeiter wichtig ist, die Vorschriften zu kennen, die sowohl für ihren Produktionsmarkt als auch für ihre Zielmärkte gelten.
Internationaler Maßstab – Codex Alimentarius
Der Codex Alimentarius stellt einen wichtigen internationalen Bezugspunkt für die AFM1-Kontrolle dar. Der Codex hat einen Höchstwert von 0,5 μg/kg für AFM1 in Milch festgelegt und zudem Leitlinien zur Verringerung der Aflatoxin-B1-Kontamination in Futtermitteln für milchproduzierende Tiere erarbeitet.
Dies ist für die Milchwirtschaft von besonderer Bedeutung, da hier ein direkter Zusammenhang zwischen der vorgelagerten Futtermittelkontrolle und dem nachgelagerten AFM1-Risiko in der Milch hergestellt wird; da das AFM1-Risiko bereits im vorgelagerten Bereich entsteht, erkennt der Codex auch die Bedeutung der Kontrolle der AFB1-Kontamination in Futtermitteln für milchproduzierende Tiere an.
Europäische Union
Gemäß der Verordnung (EU) 2023/915 der Kommission beträgt der Höchstwert für AFM1 in Rohmilch, wärmebehandelter Milch und Milch, die zur Herstellung von Milchprodukten bestimmt ist:
0,050 μg/kg – was 50 ng/kg oder etwa 50 ppt entspricht.
Für bestimmte Produkte, die für Säuglinge und Kleinkinder bestimmt sind, gelten strengere Anforderungen.
Nordamerika
Vereinigte Staaten
Die US-amerikanische Food and Drug Administration ( FDA ) legt folgenden Auslösewert fest:
0,5 ppb AFM1 in Milch.
Dies entspricht 500 ppt und verdeutlicht die erheblichen Unterschiede, die zwischen den verschiedenen regulierten Märkten bestehen können.
Milchverarbeitungsbetriebe, die international exportieren, benötigen daher möglicherweise Prüfprogramme, die strengere Anforderungen erfüllen als die auf ihrem heimischen Markt geltenden.
Mexiko
Auch Mexiko regelt den AFM1-Gehalt in den relevanten Milch- und Milchproduktkategorien. Die Norm NOM-243 legt einen Höchstwert von 0,5 μg/L für die betreffenden Kategorien von Milch, Säuglingsnahrung und kombinierten Milchprodukten fest.
Mexiko verfügt zudem über Analysestandards zur Bestimmung von AFM1 in Milch und Milchpulver, was die Bedeutung geeigneter analytischer Kontrollen für Milchverarbeitungsbetriebe unterstreicht, die diesen Markt beliefern.
Asien-Pazifik
AFM1 unterliegt zudem spezifischen behördlichen Kontrollen in mehreren bedeutenden asiatischen Milchmärkten. Dadurch ist die Mykotoxinkontrolle nicht nur für die heimische Milchproduktion von Bedeutung, sondern auch für Hersteller, die Milch, Milchzutaten und Ernährungsprodukte innerhalb der Region exportieren.
China
Chinesische Rechtsvorschriften legen einen Höchstwert von 0,5 μg/kg für AFM1 in Milch und verwandten Milchprodukten fest.
Für Molkereiunternehmen, die den chinesischen Markt beliefern, stellt AFM1 daher neben den umfassenderen Mykotoxin-Kontrollen bei Futtermitteln und Rohstoffen einen konkreten regulatorischen Aspekt dar.
Indien
Indien regelt den Gehalt an AFM1 in Milch und Milchprodukten über die indische Behörde für Lebensmittelsicherheit und -standards (FSSAI) mit einem Grenzwert von 0,5 μg/kg für die entsprechenden Milchkategorien.
Indien ist zudem aus Sicht des Risikomanagements von besonderer Bedeutung, da die nationale Milchüberwachung den Zusammenhang zwischen kontaminiertem Futter und AFM1 in Milch aufgezeigt hat.
Japan
Japan stuft Milch, die AFM1 in Konzentrationen über 0,5 μg/kg enthält, im Rahmen seines Lebensmittelsicherheitssystems als nicht konform ein.
Japan unterscheidet zudem zwischen offiziellen Analysemethoden und Screening-Verfahren für AFM1, was verdeutlicht, dass Laboratorien je nach ihrem regulatorischen Zweck sowohl Routinescreening als auch Bestätigungsanalysen in Betracht ziehen müssen.
Südkorea
Auch Südkorea hat spezifische Anforderungen hinsichtlich AFM1 in der Milch- und Milchproduktproduktion festgelegt. Milchverarbeitende Unternehmen, die diesen Markt beliefern, sollten sich über den aktuellen Höchstwert des MFDS sowie die für ihre Produktkategorie geltenden analytischen Anforderungen informieren.
Lateinamerika
Die Anforderungen an AFM1 variieren auch innerhalb Lateinamerikas, und in einigen Märkten unterscheidet sich der zulässige Grenzwert je nach der zu untersuchenden Milchmatrix.
Brasilien
Dies ist das aussagekräftigste Beispiel, das hier angeführt werden sollte.
Brasilien verdeutlicht, warum Milchverarbeiter bei der Festlegung eines AFM1-Programms sowohl den Markt als auch die Matrix berücksichtigen müssen.
Die brasilianischen Rechtsvorschriften legen je nach Milchprodukt unterschiedliche Höchstwerte fest:
Trinkmilch: 0,5 μg/kg
Milchpulver: 5 μg/kg
Käse: 2,5 μg/kg
Regulatorische Ansätze können variieren: Kanada und Neuseeland
Kanada
Health Canada legt verbindliche Höchstwerte für chemische Kontaminanten in Lebensmitteln fest, doch die aktuellen nationalen Listen enthalten keinen spezifischen AFM1-Höchstwert für Milch oder Milchprodukte. Die aktuellen Kontaminantenlisten von Health Canada enthalten beispielsweise Aflatoxin-Grenzwerte für Nüsse, jedoch keinen speziellen Grenzwert für AFM1 in Milch.
Dies bedeutet, dass kanadische Molkereiunternehmen nicht davon ausgehen sollten, dass das Fehlen eines spezifischen nationalen Höchstwerts für AFM1 in Milch die Notwendigkeit eines Risikomanagements beseitigt. Produktspezifikationen, Kundenanforderungen, internationale Normen und Anforderungen in den Zielmärkten können weiterhin Einfluss auf Entscheidungen bezüglich der Probenahme und Untersuchung haben.
Neuseeland
Die neuseeländische Behörde für Lebensmittelsicherheit (New Zealand Food Safety) betreibt ein nationales Programm für chemische Kontaminanten (National Chemical Contaminants Program, NCCP) für Milchprodukte. Das Programm überwacht chemische Kontaminanten und legt Aktionsgrenzwerte für die zu prüfenden Parameter fest. Diese Aktionsgrenzwerte berücksichtigen neuseeländische Anforderungen, Codex-Grenzwerte sowie die Anforderungen der Zielmärkte. Wichtig ist, dass das MPI festlegt, dass der geltende Aktionsgrenzwert den niedrigsten zulässigen Grenzwert unter den Anforderungen Neuseelands, des Codex und der Zielmärkte widerspiegeln kann.
Neuseeländische Milchproduzenten müssen zudem die Kontaminantenkontrollen im Rahmen des „Animal Products“-Rahmenwerks sowie die einschlägigen Anforderungen an das Risikomanagement im Milchsektor einhalten.
Dies verdeutlicht einen wichtigen Grundsatz:
Der operativ maßgebliche Prüfschwellenwert kann sich eher nach dem Zielmarkt richten als nach einem einzelnen inländischen AFM1-Grenzwert.
Beachten Sie stets Folgendes
Regulatorische Anforderungen können sich ändern und je nach Produktkategorie und Rechtsraum variieren. Milchverarbeiter sollten stets die geltenden Vorschriften und Kundenspezifikationen für ihre Produkte und Märkte überprüfen.
| Markt | Beispiel für eine AFM1-Anforderung | Wichtiger Hinweis |
|---|---|---|
| Codex | 0,5 μg/kg Milch | Internationaler Referenzwert |
| Europäische Union | 0,050 μg/kg | Der allgemeine Grenzwert für Milch liegt deutlich niedriger |
| Vereinigte Staaten | 0,5 μg/kg/ppb | FDA-Auslösewert |
| China | 0,5 μg/kg | Milch/relevante Milchprodukte |
| Indien | 0,5 μg/kg | Relevante Milchkategorien |
| Japan | 0,5 μg/kg | Regulatorischer Schwellenwert zuzüglich eines festgelegten Analyseverfahrens |
| Brasilien | Matrizenspezifisch | Unterschiedliche Grenzwerte für Trinkmilch, Milchpulver und Käse |
| Mexiko | 0,5 μg/L | Relevante Milch-/Milchproduktkategorien |
| Kanada | In den aktuellen Schadstofflisten von Health Canada ist kein spezifischer nationaler AFM1-Grenzwert für Milch festgelegt | Es können dennoch Kunden- oder Exportanforderungen gelten |
| Neuseeland | Risiko- und exportmarktbasiertes Überwachungskonzept | Die NCCP-Aktionsgrenzwerte können die strengsten geltenden Marktanforderungen widerspiegeln |
Warum der Zielmarkt von Bedeutung ist
Bei weltweit gehandelten Milchprodukten wird der relevante analytische Schwellenwert möglicherweise nicht ausschließlich vom Herstellungsland bestimmt.
Neuseelands Rahmenwerk zur Überwachung von Milchprodukten liefert ein anschauliches Beispiel: Die im Rahmen des National Chemical Contaminants Program (NCCP) verwendeten Aktionsgrenzwerte können neuseeländische Anforderungen, Codex-Grenzwerte sowie Grenzwerte des Zielmarktes berücksichtigen, wobei die strengste geltende Anforderung das Kontrollniveau bestimmt.
Ebenso bedeutet das Fehlen eines spezifischen inländischen AFM1-Höchstwerts nicht zwangsläufig, dass AFM1-Untersuchungen irrelevant sind. Exportvorgaben, Kundenanforderungen und internationale Normen können nach wie vor das Überwachungsniveau bestimmen, das ein Milchwarenhersteller einhalten muss.
Milchverarbeitende Betriebe sollten daher Folgendes berücksichtigen:
- Nationale Gesetzgebung
- Vorschriften des Zielmarktes
- Kundenspezifikationen
- Milchmatrix
- Zielgruppe
- Erforderliche analytische Empfindlichkeit
Wird Aflatoxin M1 durch Pasteurisierung aus der Milch entfernt?
Die routinemäßige Pasteurisierung sollte nicht als Kontrollmaßnahme für AFM1 herangezogen werden.
AFM1 ist relativ hitzebeständig, und in Studien wurde es sowohl in pasteurisierter als auch in Rohmilch nachgewiesen. Untersuchungen zu AFM1 während der Milchverarbeitung haben zudem gezeigt, dass das Toxin nach einer herkömmlichen thermischen Behandlung von Milchprodukten bestehen bleiben kann.
Dies unterscheidet die Mykotoxinkontrolle von mikrobiologischen Gefahren, die durch validierte thermische Verfahren beseitigt werden können.
Ein Molkereihersteller sollte daher nicht davon ausgehen, dass durch Pasteurisierung mit AFM1 kontaminierte Milch als unbedenklich gilt.
Der wirksamere präventive Ansatz besteht darin, das Risiko durch geeignete Futtermittelkontrollen, Lieferantenüberwachung, Überwachung der angelieferten Milch und analytische Untersuchungen zu bewältigen.
Wird Aflatoxin M1 durch die UHT-Behandlung entfernt?
Auch die UHT-Behandlung sollte nicht als verlässliche Maßnahme zur AFM1-Kontrolle angesehen werden.
AFM1 wurde in handelsüblicher UHT-Milch nachgewiesen, und aufgrund seiner relativen Hitzebeständigkeit kann die thermische Behandlung allein wirksame vorgelagerte Kontrollen und Untersuchungen nicht ersetzen.
Dies ist besonders wichtig für Hersteller von haltbaren Milchprodukten.
Die UHT-Behandlung kann zwar durch die Bekämpfung relevanter Mikroorganismen eine kommerzielle Sterilität gewährleisten, doch stellen die mikrobiologische kommerzielle Sterilität und die Kontrolle chemischer Kontaminanten unterschiedliche Herausforderungen für die Lebensmittelsicherheit dar.
Ein wirksames Qualitätsprogramm für UHT-Milchprodukte muss daher beide Aspekte berücksichtigen.
Bei welchen Milchprodukten muss möglicherweise AFM1 berücksichtigt werden?
Das AFM1-Risiko beginnt bei der Milch, doch die Testanforderungen können sich je nach Vorschriften, Produktzusammensetzung und Kundenanforderungen auf verschiedene Milchmatrizen erstrecken.
Zu den relevanten Matrices können gehören:
- Rohmilch
- Pasteurisierte oder homogenisierte Milch
- UHT-Milch
- Milchpulver
- Käse
- Joghurt und fermentierte Milchprodukte
- Milchzutaten
- Nahrungsergänzungsmittel auf Milchbasis
Die gesetzlichen Grenzwerte können zudem je nach Milchmatrix variieren. In Brasilien gelten beispielsweise unterschiedliche AFM1-Höchstwerte für Trinkmilch, Milchpulver und Käse. Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, bei der Erstellung eines Prüfprogramms sowohl die Validierung der Analysematrix als auch die geltenden produktspezifischen Vorschriften zu berücksichtigen.
Die geeignete Analysemethode sollte für die zu untersuchende Matrix validiert werden.
Dies ist besonders wichtig, da die Verarbeitung die Zusammensetzung von Milchprodukten verändern und die analytische Leistungsfähigkeit beeinträchtigen kann. Es sollte nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass eine für Trinkmilch validierte Methode bei Käse, Milchpulver oder anderen komplexen Milchmatrizen identische Ergebnisse liefert.
Wo sollte die Aflatoxin-M1-Prüfung in ein Lebensmittelsicherheitsprogramm für Milchprodukte eingebunden werden?
Es gibt keinen universellen Untersuchungszeitpunkt oder eine universelle Untersuchungshäufigkeit, die für jedes Molkereiunternehmen geeignet ist.
Die Untersuchungen sollten Teil eines risikobasierten Kontrollprogramms sein, das sich an Faktoren wie Futtermittel- und Lieferantenrisiken, geografischen Gegebenheiten, historischen Ergebnissen, behördlichen Anforderungen, Kundenspezifikationen, der Milchmatrix und dem Zielmarkt orientiert.
Ein sinnvoller Ansatz zur Betrachtung der AFM1-Kontrolle besteht darin, drei miteinander verbundene Phasen zu unterscheiden.
1. Futtermittel und Lieferanten
Futtermittelhersteller, landwirtschaftliche Betriebe und vertikal integrierte Molkereiunternehmen können AFB1 oder Gesamt-Aflatoxine in Futtermitteln und Rohstoffen überwachen, um Risiken bereits in einem frühen Stadium der Lieferkette zu erkennen.
Die geeignete Teststrategie hängt vom Testziel ab. Gezielte AFB1-Tests können angebracht sein, wenn der spezifische Vorläufer von AFM1 im Vordergrund steht, während Tests auf Gesamt-Aflatoxine ein umfassenderes Screening auf Aflatoxin B1, B2, G1 und G2 in relevanten Futtermitteln und Agrarrohstoffen ermöglichen.
Diese vorgelagerten Kontrollen ersetzen zwar nicht die AFM1-Untersuchungen in Milch, können jedoch die Lieferantenüberprüfung stärken und dazu beitragen, Aflatoxinrisiken zu erkennen, bevor betroffene Futtermittel zu einer Exposition in nachgelagerten Molkereibetrieben führen.
2. Anliefernde Rohmilch
Für Molkereiverarbeiter kann die Rohmilchannahme einen wichtigen Kontrollpunkt darstellen.
Untersuchungen bei oder kurz nach der Anlieferung können dazu beitragen, erhöhte AFM1-Konzentrationen zu erkennen, bevor betroffene Milch weiter in die Produktion gelangt.
Der geeignete Probenahme- und Entscheidungsprozess sollte im Qualitätssicherungssystem des Verarbeiters festgelegt werden.
3. Qualitätskontrolle bei Milchprodukten und Fertigprodukten
Je nach Produkt, Markt und behördlichen Anforderungen können Untersuchungen auch im Qualitätskontrolllabor des Molkereiunternehmens oder an den entsprechenden verarbeiteten Produkten durchgeführt werden.
Das Ziel besteht nicht unbedingt darin, in jeder Phase zu prüfen, sondern Kontrollmaßnahmen zu etablieren, die ein angemessenes Maß an Sicherheit für das Risikoprofil des Unternehmens bieten.
Bei für den Export bestimmten Produkten kann der erforderliche Entscheidungsschwellenwert eher vom Zielmarkt als vom Herstellungsland des Milchprodukts bestimmt werden.
Wie wird Aflatoxin M1 in Milch nachgewiesen?
Zur Bestimmung von AFM1 können verschiedene analytische Ansätze herangezogen werden, darunter chromatographische und immunochemische Verfahren.
Für routinemäßige Qualitätskontrolllabore der Milchwirtschaft stellt der enzymgebundene Immunosorbent-Assay (ELISA) eine Option für das quantitative Screening dar.
Bei kompetitiven ELISA-Verfahren kommen Antikörper zum Einsatz, die den Zielanalyten erkennen und eine messbare Reaktion hervorrufen, anhand derer sich die AFM1-Konzentration berechnen lässt.
Die Auswahl einer geeigneten Routinemethode sollte auf der Grundlage folgender Faktoren erfolgen:
- Erforderliche Nachweisleistung
- Geltender gesetzlicher Grenzwert
- Validierte Milchmatrizen
- Proben-Durchsatz
- Anforderungen an die Probenvorbereitung
- Laborausstattung
- Zeit bis zum Ergebnis
- Erforderliche Präzision und Genauigkeit
- Verfahren zur Bestätigungsuntersuchung
Wenn Ergebnisse eine behördliche Bestätigung oder weitere Untersuchungen erfordern, sollten Laboratorien die Analyse- und Bestätigungsverfahren befolgen, die von ihrem jeweiligen Programm oder der zuständigen Behörde vorgeschrieben sind. Die Unterscheidung zwischen Screening- und Bestätigungsuntersuchungen kann zudem je nach Rechtsraum variieren. Japan beispielsweise legt neben Kriterien für AFM1-Screening-Verfahren auch offizielle chromatographische Methoden fest.
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Hygiena bietet zudem weitere AFM1-ELISA-Formate für Matrices wie Milch, Milchpulver und Käse an, sodass Laboren die Möglichkeit haben, einen Test entsprechend ihrer validierten Matrix und ihren Testanforderungen auszuwählen.
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Bei Einsatz in den entsprechenden Anwendungsbereichen können ein vorgelagertes AFB1- oder Gesamt-Aflatoxin-Screening sowie ein nachgelagertes AFM1-Milchtestverfahren einen stärker vernetzten Ansatz zum Aflatoxin-Risiko entlang der gesamten Milchversorgungskette unterstützen.
Unterstützung von Prüfstandards für Milchprodukte
Eine wirksame Lebensmittelsicherheitsprüfung hängt nicht nur von der Analysetechnologie ab, sondern auch von geeigneten Methoden, Standards und wissenschaftlicher Zusammenarbeit.
Hygiena ist über die nationalen Komitees der USA und Deutschlands in der International Dairy Federation vertreten. Nate Banner, Senior Global Product Manager bei Hygiena®, hat zudem seine frühere Mitwirkung an der Entwicklung eines Standards für Schnellverfahren zum Nachweis von Aflatoxin M1 beschrieben.
Die Mitwirkung an diesem Standard untermauert den umfassenden Ansatz von Hygiena bei der Milchprüfung, der von vorgelagerten Risiken und der Anlieferung der Milch über die Verarbeitung bis hin zur Umweltüberwachung und der Qualität des Endprodukts reicht.
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Häufig gestellte Fragen
Was verursacht Aflatoxin M1 in Milch?
AFM1 kann entstehen, wenn milchgebende Tiere mit Aflatoxin B1 kontaminiertes Futter zu sich nehmen. Das Tier verstoffwechselt AFB1, und AFM1 kann anschließend in die Milch ausgeschieden werden.
Was wird bei einer Gesamt-Aflatoxin-Untersuchung gemessen?
Bei der Gesamt-Aflatoxin-Analyse können mehrere Aflatoxine gemessen werden, darunter in der Regel Aflatoxin B1, B2, G1 und G2. Im Kontext der Milchversorgungskette kann diese Analyse dazu dienen, relevante Futtermittel und Rohstoffe vor der Milchproduktion umfassender zu überprüfen.
Ist Aflatoxin M1 dasselbe wie Aflatoxin B1?
Nein. AFB1 ist das Ausgangs-Aflatoxin, das üblicherweise mit kontaminierten Nutzpflanzen und Tierfutter in Verbindung gebracht wird. AFM1 ist ein Metabolit, der in der Milch auftreten kann, nachdem ein Tier mit AFB1 kontaminiertes Futter aufgenommen hat.
Kann Aflatoxin M1 durch Pasteurisierung beseitigt werden?
Man sollte sich bei der Bekämpfung von AFM1 nicht auf die routinemäßige Pasteurisierung verlassen. AFM1 ist relativ hitzebeständig und wurde bereits in pasteurisierten Milchprodukten nachgewiesen. Vorbeugende Futtermittelkontrollen und geeignete analytische Untersuchungen bleiben wichtig.
Kann Aflatoxin M1 in UHT-Milch vorkommen?
Ja. AFM1 wurde bereits in UHT-Milch nachgewiesen, daher sollte die UHT-Behandlung nicht als Ersatz für vorgelagerte Mykotoxin-Kontrollen oder geeignete Untersuchungen angesehen werden.
Sind die Grenzwerte für Aflatoxin M1 weltweit einheitlich?
Nein. Die Anforderungen an AFM1 variieren je nach Rechtsraum und manchmal auch je nach Milchmatrix oder Zielgruppe. So liegt beispielsweise der allgemeine EU-Höchstwert für relevante Milchkategorien bei 0,050 μg/kg, während in mehreren anderen wichtigen Märkten ein Wert von 0,5 μg/kg gilt.
Wie untersuchen Labore Milch auf Aflatoxin M1?
Zu den Methoden zählen chromatographische und immunochemische Verfahren. Ein quantitativer kompetitiver ELISA kann für Qualitätskontrolllabore der Milchwirtschaft einen effizienten Routine-Screening-Ansatz darstellen, sofern der Test für die jeweilige Matrix und die erforderliche Nachweisgrenze geeignet und validiert ist.
Wo sollten Milchverarbeitungsbetriebe auf Aflatoxin M1 testen?
Der geeignete Zeitpunkt hängt vom risikobasierten Lebensmittelsicherheitsprogramm ab. Zu den Kontrollmaßnahmen können die Überwachung von Futtermitteln oder Lieferanten, die Untersuchung der angelieferten Rohmilch sowie die Untersuchung relevanter Milchprodukte gehören. Ort und Häufigkeit der Untersuchungen sollten den geltenden Vorschriften, dem historischen Risiko, den Lieferantenkontrollen, der Produktmatrix und den Kundenanforderungen entsprechen.
Welchen AFM1-Grenzwert sollte ein Exporteur einhalten?
Exporteure sollten die gesetzlichen Anforderungen und Kundenspezifikationen berücksichtigen, die für den Zielmarkt und das jeweilige Milchprodukt gelten. Sind die Anforderungen des Zielmarktes strenger als die inländischen Anforderungen, muss das Testprogramm möglicherweise diesen niedrigeren Grenzwert unterstützen.
Sollten Molkereiunternehmen Futtermittel auf AFB1 oder Gesamt-Aflatoxine testen?
Der geeignete Ansatz hängt von der Ware, den behördlichen oder kundenseitigen Anforderungen sowie dem Ziel der Untersuchung ab. Gezielte AFB1-Untersuchungen konzentrieren sich speziell auf das Aflatoxin, das zur Bildung von AFM1 in Milch führen kann, während die Untersuchung auf Gesamt-Aflatoxine ein umfassenderes Screening auf mehrere Aflatoxine ermöglicht. Die Untersuchungsmethoden sollten entsprechend der validierten Matrix und den Anforderungen des jeweiligen Kontrollprogramms ausgewählt werden.
Management von Risiken in der Milchwirtschaft vom Futtermittel bis zum Endprodukt
AFM1 verdeutlicht, warum die Lebensmittelsicherheit bei Milchprodukten nicht immer erst an der Verarbeitungslinie beginnen kann.
Der Weg beginnt bereits im Vorfeld mit dem Risiko einer AFB1-Kontamination im Tierfutter, setzt sich über die Milchproduktion fort und kann letztendlich die Milchverarbeitung sowie die Produktkonformität beeinträchtigen.
Für Milchverarbeitungsbetriebe besteht die wirksamste Strategie daher darin, den gesamten Weg zu verstehen:
Risiken bei Futtermitteln und Rohstoffen → AFB1-/Gesamt-Aflatoxin-Kontrollen → Lieferantensicherung → AFM1 in der angelieferten Milch → Qualitätskontrolle bei Milchprodukten → Produktentscheidung
Für globale Hersteller sollten der Zielmarkt und die Produktmatrix ebenfalls Einfluss auf die analytische Empfindlichkeit und die im Testprogramm festgelegten Entscheidungsgrenzwerte haben.
Die Kombination einer angemessenen Lieferantenüberprüfung mit empfindlichen, matrixspezifischen analytischen Untersuchungen kann Molkereiunternehmen dabei helfen, Risiken früher zu erkennen und fundierte Entscheidungen zu treffen, bevor betroffene Rohstoffe weiter in die Produktion gelangen.
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